Guide

Sie brauchen neue Nachbarn

November 2021

Umzug, das klingt für Sie nach Stress, schweren Kartons, viel Schwitzen und Rückenschmerzen? Vielleicht sind Sie selbst schon so oft umgezogen und haben anderen dabei geholfen, dass das alles für Sie einfach untrennbar zusammengehört. Allein beim Gedanken daran dreht sich Ihnen der Magen um wie eine Farbrolle an der Wand. Doch versuchen Sie es einmal mit diesen Tipps und sehen Sie, wie Sie Ihren Umzug leichter gestalten können und dabei weniger ins Schwitzen kommen. Denn gute Planung ist die halbe Miete. Und wenn Sie keine Lust haben, in naher Zukunft nochmal umzuziehen, dann erweisen Sie sich trotzdem als Profi. Geben Sie auch gerne die folgenden Tipps an die Freunde weiter, bei denen der nächste Tapetenwechsel ansteht. Und dann packen Sie bitte natürlich auch mit an, denn zusammen machen Dinge immer mehr Spass.

Rechtzeitiges Planen

Beginnen Sie so früh wie möglich damit, den Umzug zu planen und zu organisieren. Mit To-do-Listen behalten Sie den Überblick und Sie werden jedes Abhaken der Punkte geniessen, versprochen. Bestellen Sie Benötigtes früh und organisieren Sie Helfer und Transporter, sobald Sie wissen, wann Ihr Umzug stattfinden soll, sonst stehen Sie womöglich alleine da. Stellen Sie sicher, dass Sie bereits möglichst viel besorgen, wo es sinnvoll ist. Malervlies beispielsweise, das Sie noch vom Streichen der alten Wohnung übrig haben oder schon im Voraus eingekauft haben, ist praktisch, um empfindliche Möbel oder Spiegel auf dem Transport ins neue Heim zu schützen. Wenn Sie vieles rechtzeitig besorgen, können Sie nämlich ordentlich sparen.

Beachten Sie auch, dass Möbel oder Elektrogeräte oft eine lange Lieferzeit haben. Kümmern Sie sich rechtzeitig darum, dass Sie zum Einzug WLAN haben, und bereiten Sie den Wechsel beim Stromanbieter und bei anderen Verträgen vor. Machen Sie einen Termin beim Bürgeramt, um sich umzumelden, wenn nötig. Messen Sie am besten auch das neue Treppenhaus, wenn Sie grosse Möbel hindurch transportieren müssen, und messen Sie auch die Räume, sobald Sie den Schlüssel haben. Passt Ihr Kleiderschrank nicht ins Schlafzimmer, brauchen Sie diesen gar nicht erst mitzunehmen. Bereiten Sie also alles vor, was Sie können – auch Kleinigkeiten wie Namensschilder für die Klingel und den Briefkasten. Ihr Zukunfts-Ich an der neuen Adresse wird Ihnen sehr dafür danken.

Zuerst ausmisten

Sie wollen sicher nichts umziehen, das Sie später sowieso entsorgen. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit und misten Sie einmal richtig aus – den Keller, die Garage, den Kleiderschrank. Trennen Sie sich von allem, das Sie sowieso nicht mehr benötigen und verzichten Sie darauf, diese Dinge unnötig mit umzuziehen. Alte Kleidung, Möbel oder nicht benötigte Vorräte können Sie verschenken oder spenden, gerade Möbel und Elektrogeräte können Sie auch gut verkaufen und sich gleich etwas Geld für die Einrichtung des neuen Heims zusammensammeln. Was nicht mehr gut ist, einfach fachgerecht entsorgen.

Helfer (Freunde und Bekannte) organisieren

Wenn Sie rechtzeitig fragen, werden Ihnen ein paar helfende Hände zur Seite stehen, sobald Ihr Umzug ansteht. Fragen Sie nicht erst am Abend davor und wundern sich, dass leider schon alle anderweitig verplant sind. Für die benötigte Zahl der Helfer gilt: Die Quadratmeterzahl der alten Wohnung geteilt durch zehn. Waren das 100 Quadratmeter, sollten Sie mit 10 Helfern gut auskommen. Freunde, Familie und Kollegen können Sie unterstützen, aber auch ein professionelles Umzugsunternehmen zu beauftragen kann sinnvoll sein. Gerade, wenn Sie schwere Möbel und Geräte tragen möchten, sind Sie auf Hilfe angewiesen. Versuchen Sie nicht, alles allein zu stemmen – es ist meistens mehr Arbeit, als man denkt. Für die Helfer sollten Sie natürlich Verpflegung organisieren. Bieten Sie genug zu trinken an und bereiten Sie ein paar Snacks zu oder bestellen etwas zu essen, um Ihr Team zu stärken und sich für die Hilfe zu bedanken.

Umzugsschachteln leichter packen

Umzugskartons, Klebeband und ein paar Stifte zum Beschriften sind mit das wichtigste Equipment. Zum Glück gibt es sie in jedem Baumarkt günstig zu kaufen. Doch was nützt der beste Karton, wenn Sie ihn nicht richtig packen! Selbstverständlich möchten Sie den Platz in den Kisten optimal nutzen. Doch niemand trägt gern schwere Kartons. Mischen Sie also schwere und leichte Gegenstände, sodass Sie das Volumen voll ausnutzen, das Gewicht aber in Grenzen halten. Sie können einen Karton je teilweise mit Büchern und Sofakissen füllen, mit Kosmetikartikeln und leichten Handtüchern – Hauptsache, alle sind voll und lassen sich trotzdem noch gut tragen.

Kombinieren Sie sinnvoll und beschriften Sie die Kartons, damit Sie und Ihre Helfer Sie im neuen Zuhause direkt in den richtigen Raum stellen können. So sparen Sie auch gleich Zeit beim Auspacken und Einräumen. Ist Ihnen das zu chaotisch, können Sie einen grossen Raum als ersten Lagerplatz definieren und den Helfern so die Laufwege ersparen. Gerade in einem grossen Haus und bei sehr vielen Helfern kann das sinnvoll sein, bedeutet im Nachgang aber mehr Arbeit für Sie. Noch ein Grund mehr für Sie, mehr als einen Tag für Ihren Umzug einzuplanen.

Empfindliche Sachen schützen

Welch böse Überraschung: Die Hochglanz-Kommode hat einen tiefen Kratzer abbekommen, eine Ecke am Spiegel ist beschädigt und unter Ihren Kaffeetassen sind plötzlich auch henkellose dabei. Transportschäden sollten Sie unbedingt vermeiden und empfindliche Gegenstände gut einpacken. Für Geschirr eignet sich Zeitungspapier zum Einwickeln, für grosse Möbel oder Spiegel können Sie Decken, Bettlaken oder Handtücher zum Polstern verwenden. So schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe und sparen es sich, das betreffende Tuch auch noch extra einzupacken. Dann ab damit in das Fahrzeug Ihrer Wahl und alles kommt heile an. Hier bewähren sich die Fähigkeiten aller, die früher Tetris gespielt haben. Je mehr Sie pro Fahrt mitnehmen können, desto weniger oft müssen Sie fahren und desto früher können Sie den geliehenen Wagen wieder zurückgeben und die Kosten gering halten. So packen Sie Ihren Umzug richtig an und sparen Zeit, Kraft, Geld und Nerven.