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Not #144 #Kind #terror

Dezember 2021

Die körperliche und auch geistige Gesundheit der eigenen Kinder zu schützen und zu fördern, ist eine wahre Mammutaufgabe und erfordert einiges an Planungsgeschick. Wer sich jedoch schon frühzeitig mit den grössten Gefahren beschäftigt, wird auch den eigenen Haushalt schnell in ein sicheres Familienheim verwandeln.

Unfälle: Kinder sind besonders gefährdet

Es ist längst schon kein Geheimnis mehr, dass die meisten Unfälle im Haushalt geschehen. Unachtsames oder auch fahrlässiges Verhalten führt sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen immer wieder zu gefährlichen Situationen. Besonders häufig zu sehen bekommen Mediziner:


• Verbrennungen

• Verätzungen

• Vergiftungen

• und Verletzungen des Kopfes


Viele dieser Unfälle und Verletzungen wären durch achtsames und vorausschauendes Verhalten vermeidbar gewesen. Genau wie auch gesunde Ernährung nur mit einem cleveren Plan funktionieren kann, ist sorgfältiges Vorgehen beim Absichern des Wohnumfeldes das A und O. Die acht folgenden Risiken sollten Eltern unbedingt kennen.

Strom als Gefahr

Steckdosen, schlecht gesicherte Kabelanschlüsse in der Wand und auch Elektrogeräte stellen eine potenzielle Gefahr für gefährliche Stromschläge dar. Eltern sollten daher alle Steckdosen im eigenen Zuhause mit speziellen Kindersicherungen versehen und dabei auch Mehrfachsteckdosen nicht vergessen. Elektrogeräte sollten stets an unerreichbarer Stelle aufbewahrt werden, insbesondere wenn Wasser in der Nähe ist. Das solide Abschirmen offenliegender Kabel mit speziellen Deckeln schützt ebenfalls vor Stromschlägen. Kinder sollten niemals unbeaufsichtigt mit elektrischen Geräten hantieren und frühzeitig mit den Gefahren von Strom vertraut gemacht werden.

Wasser als Gefahr

Kaum zu glauben, aber immer wieder ertrinken Kinder im eigenen Zuhause. In der Badewanne, im Kinderpool oder auch im Gartenteich lauert eine Gefahr, die Eltern allzu häufig unterschätzen.

Überall dort, wo das Kind mit Wasser in Kontakt kommt und eine potenzielle Gefahr für ein plötzliches Hineinfallen oder Untergehen besteht, ist eine lückenlose Beaufsichtigung wichtig. Manchmal nämlich genügen schon wenige Minuten, um aus dem geplanten Badespass eine Katastrophe werden zu lassen.

Verschluckbare Teile

Insbesondere Kleinkinder in einem Alter bis zu drei Jahren erforschen die Welt häufig mit dem Mund. Dass sie sich dabei auch Dekokristalle, Murmeln oder kleine Steine in den Mund stecken und daran ersticken können, sollten sich Eltern stets vor Augen führen. Es lohnt sich, auf besonders kleinteilige Deko zu verzichten und alle Kleinteile sicher in einer abschliessbaren Schublade oder Box aufzubewahren. Beim Spielen mit kleinen Bausteinen oder Puzzles und Würfelspielen sollten kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt bleiben.

Treppen und Erhöhungen

Gibt es in der Wohnung Treppen, eine Galerie, einen Balkon oder auch andere erhöhte Gefahrenstellen, sollten diese stets gut abgesichert werden. Spezielle Gitter am Fuss und auch am oberen Ende von Treppen verhindern ein unbeaufsichtigtes Klettern, während Türen zu Balkon oder Galerie stets verschlossen oder ebenfalls mit Gittern gesichert werden sollten.
In Bereichen mit Sturzgefahr ist es wichtig, dass Kinder stets unter Aufsicht sind und für die Gefahren sensibilisiert werden. Anderenfalls drohen nicht nur blaue Flecken und Prellungen, sondern auch Knochenbrüche und im schlimmsten Fall lebensgefährliche Kopfverletzungen. 

Giftige Substanzen als Gefahr

Zahlreiche Putzmittel und auch Medikamente machen auf Kinder einen spannenden Eindruck. Bunte Flüssigkeiten, aufgedrucktes Obst bei Hustensaft und kleine Tabletten, die wie Schokolinsen aussehen, verleiten schnell zum Ausprobieren. Lebensgefährliche Vergiftungen und auch Verätzungen von Speiseröhre, Magen, Haut und Augen sind die mögliche Folge.

Daher gehören Medikamente und Putzmittel stets in abschliessbare Schränke, die nicht von Kinderhänden erreicht und geöffnet werden können. Dies gilt auch während des regelmässigen Hausputzes: Besonders kleine Kinder sollte grundsätzlich beigebracht werden, dass alle Flaschen, Tiegel und Tuben nicht angefasst werden dürfen.

Schubladen und Schranktüren

Schmerzhafte Quetschungen durch Schubladen und Schranktüren sind nicht selten. Gleiches gilt auch für Zimmertüren, die Kinder eigenständig öffnen und schliessen können. Eltern sollten alle potenziellen Gefahrenstellen mit Kindersicherungen versehen und spezielle Klemmschutz-Utensilien anbringen. Bei Zimmertüren lohnt sich das Montieren eines Schutzes, der das vollständige Verschliessen der Tür auch dann verhindert, wenn die Tür zugeschlagen wird.


Ebenso Regale


Regale an sich sind ein sinnvolles Möbelstück, wenn es um die Aufbewahrung von Büchern, Dekoration und Spielsachen geht. Klettert ein Kind jedoch an einem ungesicherten Regal hoch oder rüttelt es daran, sind gefährliche Verletzungen vorprogrammiert. Hohe Regale sollten daher stets mit der Wand verschraubt und so vor dem Umkippen bewahrt werden. Besonders schwere Gegenstände wie Vasen und Steinfiguren platzieren Eltern am besten an Stellen, an denen sie nicht von oben herab auf das Kind stürzen können.

Feuer und Hitze

An vielen Stellen im Haushalt entsteht grosse Hitze. Herdplatten, Töpfe mit heissem Wasser, die Kaffeemaschine und das Bügeleisen sind nur ein kleiner Ausblick auf all die Gefahrenquellen, die zu schweren Verbrennungen führen können. Hier ist es wichtig, mit Schutzgittern und erhöhten Aufbewahrungsorten vorzusorgen. Stehen Suppentopf oder Teetasse auf dem Esstisch, sollten Eltern keine Tischdecke verwenden. Allzu schnell haben Kinder sonst einen Zipfel in der Hand und das Behältnis mit heisser Flüssigkeit kippt.

Ebenfalls grösste Vorsicht ist bei Feuerzeugen und Streichhölzern geboten. Sie sollten auch für ältere Kinder nicht erreichbar sein. Wie buxmann.de berichtet, sieht das Jugendschutzgesetz zwar bisher kaum sinnvolle Beschränkungen beim Kauf von Feuerzeugen durch Kinder vor, die Gefahr bleibt aber dennoch bestehen. Spielt ein Kind mit Feuerzeugen oder Streichhölzern, könnte es nicht nur sich selbst verletzen, sondern auch das gesamte Haus in Brand setzen.